Von der unbekannten Anbieterin zur gefragten Expertin
Achtung Falle!
JungunternehmerInnen und Kleinbetriebe haben zumeist ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen, die oft sogar weit besser sind als die Produkte vergleichbarer Großbetriebe. Doch fehlt es an Bekanntheit und Image, da KleinunternehmerInnen sich scheuen an die Öffentlichkeit zu gehen. Da sie nicht wissen wann und wie sie mit den Medien zusammenarbeiten können.
Folgendes Beispiel gibt Ihnen Anregungen, wie Sie Ihre Pressearbeit starten könnten und was es Ihnen bringt.
Success-Story: Pressearbeit einer Musikschule
Die Eltern von Nicole möchten die musischen Fähigkeiten ihrer Tochter fördern. Doch sind sie unsicher, ob es ihrer Tochter bereits im Vorschulalter Spaß machen wird ein Instrument zu lernen und ob sie begabt genug ist. Deshalb beginnen sie sich in der Schule und im Bekanntenkreis nach Musikschulen umzuhören. Kurz darauf liest die Mutter in der Zeitung einen Bericht über eine Montessori-Musikschule. Ein Bericht über eine Schnupperstunde, der beschreibt wie viel Spaß die Kinder bereits im Vorschulalter bei dieser Form des Musikunterrichtes haben, sowie die Tipps der Leiterin, wann es sinnvoll ist, Kindern Musikunterricht zu geben und was dabei zu beachten ist, überzeugt die Eltern. Sie melden Nicole sofort für die nächste Schnupperstunde an. Nicole ist von dieser Stunde so begeistert, daß sie die Musikschule mittlerweile regelmäßig besucht.
Ein Pressebericht kann einen Kleinbetrieb aus der Masse der beliebigen Anbieter herausheben und das Interesse potentieller Kunden wecken.
Doch wie schafft man es in die Presse zu kommen? Journalisten laufen normalerweise nicht herum und suchen interessante Stories. Der erste Schritt zur wirkungsvollem Pressebericht ist der Entschluß eine Pressekampagne zu starten. Darauf folgt natürlich einige Vorbereitungsarbeit.
Die junge Musikschuldirektorin erhebt die Namen der Redakteure, die für die Ressorts "Familie" und "Freizeit" in den Regionalzeitungen zuständig sind, indem Sie in den Redaktionen anruft. Manchmal wird sie bereits mit dem Redakteur verbunden, dem sie in zwei kurzen Sätzen das innovative Konzept ihrer kürzlich gegründeten Musikschule vorstellt. Aus diesen kurzen Gesprächen erhielt sie schon wertvolle Tipps, z.B. wie wichtig es ist, attraktive Fotos zu haben. Daher beauftragt sie einen Freund, der professioneller Fotograf ist, Fotos von den begeisterten Kinder zu machen.
Ein kurzer Bericht über ihre letzte Schnupperstunde sowie einige Tipps für Eltern, die bereits Vorschulkinder in die Musikschule geben möchten, dazu ein Blatt mit Hintergrundinformationen zu ihrer Musikschule und ihrem beruflichen Werdegang und die Presseunterlagen sind fertig. Wann und wo die nächste Schnupperstunde stattfindet, wie man sich anmeldet, ihren Namen, ihre Telefon- und Faxnummer placiert sie ganz oben auf ihre Pressemitteilung. Was, wann, wie, wo, und wer müsse auf einem Blick ersichtlich sein, hatte ihr ein netter Redakteur erklärt. Diese Unterlagen sendet sie mit einem netten Begleitschreiben persönlich adressiert an die zuständigen Redakteure.
Zwei Wochen vor der Schnupperstunde erinnert sie in einem Fax nochmals an die Veranstaltung und ruft bei den wichtigsten Redakteuren an. Das Ergebnis ist ein voller Erfolg. Ein zweiseitiger Bericht in der meistgelesenen Regionalzeitung. Zwei Kurzmeldungen und die Ankündigung ihrer Schnupperstunde im Veranstaltungskalender fünf verschiedener Medien brachten ihr zahlreiche InteressentInnen und mehrere neue SchülerInnen. Mehrere Kindergärten haben sie seither zu Vorträgen auf Elternabenden eingeladen.
Praktische jedes Kleinunternehmen, das eine ähnliche Pressekampagne inszenieren möchten, findet dazu einen Anlass: Kundenbefragungen, Messeauftritte, Jubiläen, Informations-Tage, Vorträge und Seminare... Entscheidend ist, dass die Information oder die Veranstaltung für die Leser der Zeitung interessant und nützlich ist. Nur dann wird das Medium die Information auch veröffentlichen.
zurück<<
10 Grundregeln für erfolgreiche Pressearbeit
Damit die Pressekampagne der Beispielsunternehmerin ein derartiger Erfolg wurde, hat sie folgende 10 Regeln beachtet.
- Überlassen Sie es nicht dem Zufall, planen Sie Ihre Pressekampagne. Der häufigste Fehler von Kleinunternehmen ist zu warten bis zufällig ein Redakteur anruft.
- Konzentrieren Sie sich auf die richtigen Medien.
Kaufen Sie die Zeitungen und Zeitschriften, die Ihre Kunden lesen. Dann kontaktieren Sie die entsprechenden Redaktionen. Fehler #2 ist das falsches Medium. Was für das Regionalmedium eine tolle Story sein mag ist für das Wirtschaftsmagazin gänzlich uninteressant.
- Fassen Sie bereits vor dem Telefonat in drei kurzen Sätzen zusammen, was an Ihrem Unternehmen/Produkt neu ist und welchen Nutzen die Leser der Zeitung davon haben. Fehler #3: unvorbereitete Unternehmer, die nichts Neues zu sagen haben und ihre Unternehmen, wie in der Werbung anpreisen. Journalisten interessiert nur Neues, oder Informationen, die den Lesern Ihrer Zeitung nützen.
- Schreiben Sie an eine Redakteur und nicht an die Redaktion.
Mit einem gut vorbereiteten Telefonat stellen Sie erste Kontakte her oder erfahren zumindest die Namen der verantwortlichen Redakteure. Fehler #4: Pressemitteilungen, die nicht an den richtigen Redakteur adressiert sind, werden zumeist nicht einmal gelesen. Persönliche Kontakte und Absprachen welche Informationen erwünscht sind, können Ihre Chancen, daß ihr Bericht veröffentlicht wird, stark steigern.
- Was, Wann, Wie, Wo, Wer und Warum muss Ihre Pressemitteilung muß auf den ersten Blick erklären. Dazu gehört auch Telefon- und Faxnummer des Ansprechpartners. Fehler #5: Die 6 W's oder Ansprechpartner fehlen. Tipp: Achten Sie in dieser Zeit darauf, gut erreichbar zu sein, denn nichts ist für einen Journalisten ärgerlicher als kein oder ein unerreichbarer Ansprechpartner.
- Sorgen Sie für attraktive Fotos. Fehler #6: Fehlende Fotos sind besonders ärgerlich, wenn Sie (wie bei einer Veranstaltung) nicht mehr nachgemacht werden können. Tipp: Fragen Sie bereits beim Ersttelefonat ob Fotos erwünscht sind und wenn ja, in welchem Format (Print, Dia bzw. digitales Speicherformat)
- Stimmen Sie Ihren Bericht auf das Medium ab. Bei einem Bericht für die Regionalzeitung stellen Sie Menschen und Ereignisse der Region in den Vordergrund. Neue Verfahren und Brancheninfo sind wichtige Informationen für Branchen- und Fachmedien. Oft lohnt es sich sogar verschiedene Berichte für das selbe Ereignis zu verfassen. Fehler #7:
Massenaussendungen, mit zu allgemeiner Information.
- Erinnerungs-Fax und Nachfasstelefonate kurz vor der Veranstaltung. Fehler #8: Fehlendes Nachfassen. Schriftliche Pressemeldungen gehen leicht unter. Tipp: Erkundigen Sie sich bereits beim Kontakttelefonat nach dem Redaktionsschluss für denVeranstaltungskalender erkundigen. Das ist vor allem bei Wochen- und Monatszeitschriften wichtig.
- Bereiten Sie ein interessantes Angebot für die Leser der Zeitschrift vor, das der Redakteur seinen Lesern einfach nicht vorenthalten kann: Informationsveranstaltungen, Newsletter, Checklisten, Experten-Tipps. Fehler #9: Fehlende Reaktionsmöglichkeiten. Das lässt einen guten Pressebericht in der Luft verpuffen.
- Pflegen Sie Ihre Kontakte! Legen Sie den Presseartikel Ihren Aussendungen bei. Sobald Sie sich als Expertin profiliert haben, werden Sie zu Vorträgen oder Experten-Interviews eingeladen. Fehler #10. Zu lange Pausen zwischen den Aktionen. Tipp: Durch kontinuierliche Presseinformation (nur wenn es tatsächlich etwas zu berichten gibt) werden Sie zur vertrauenswürdigen Partnerin der Medien.
zurück<<
Selbstcheck:
Was sie vorbereitet haben sollten
Journalisten wollen aktuell berichten und stehen immer unter Zeitdruck. Sie wirken umso professioneller, je rascher und präziser Sie auf Anfragen antworten und je früher Sie Unterlagen zur Verfügung stellen. Deshalb sollten Sie immer vorbereitet haben:
zurück<<
business.frauen.center Wien: Wagramer Straße 70, A-1220 Wien
Tel: +43 / 1 / 53 53 265 Email: office@bfc.at
|